DaSeins-Kunst mit Auszeitklang
Milea Seidenklang

Wortkunst: Inspiration durch die Schönheit der Stille

von Milea Seidenklang

Worte lieben die Stille, denn da können Sie sich entfalten.

Willkommen in meiner Welt. Hier sind die Phantasie, die Freiheit, Hingabe und der Schönheitssinn Zuhause. Das DaSein gesellt sich hinzu und schon entstehen Verse oder Geschichten. Lausche doch einmal, falls Du Zeit hast und wer weiß, was für Blüten oder Luftballons hinüber in Dein Leben schweben.
Hier ist eine klitzekleine Auswahl aus 5 Jahren Schreiben mit mehreren hundert Gedichten und 4 veröffentlichten Büchern.

Manch eine schöne Seele, in die
du tiefer blickst, wirkt wie ein durchsichtig'
Himmel, aus dem Sternenschwaden zieh'n. 
Wie dankbar bist du für diesen Anblick. 

Gekleidet in warmes Licht setzt du deinen
Weg fort und strahlst ein bisschen mehr. 
Trägst nun in deiner Seele den reinen
Funken. Ist das nicht wahre Heimkehr?
~

Fremde oder vertraute Emotionen,
die jeden manchmal bewohnen,
geben sich sehr gern zu erkennen,
wenn wir nicht davonrennen.
~

In meinen Fragen finde ich
Puzzleteile deines Wesens, die
mild hervorschauen, sich wie
scheinbar unbeobachtet nicht

abhalten lassen, hinauszuwagen
um Verletzlichkeit zu offenbaren. 
Wir brauchen gar nichts sagen, 
unsere Herzen werden es bewahren. 
~
Gedanken über die Liebe
Ist es möglich, so zu lieben,
wie das DU es benötigt?
Es nirgends hinzuschieben,
damit es nicht erschrickt?

Ist es möglich, das DU zu erkennen,
in seinem tiefsten Wesen?
Blinde Flecken zu benennen,
denn Liebe kann gut lesen.

Deshalb spricht sie aus und
übersieht dennoch zuweilen.
Doch tut sie etwas kund,
kann dies hernach heilen.

Ist es also möglich, so zu lieben,
dass das DU es wirklich erkennt?
Wenn gesprochen wird, stieben
Möglichkeiten – bis der Funke brennt.
~
endlich

mein Tor fällt jetzt ins Schloss
Stimmengewirr fällt wie verkrusteter Lehm von mir ab
das Lärmen des Funktionierens verwandelt sich
in Farbtupfer spürbarer Stille

sie verdrängen das Grau des Tosens ungelöster Aufgaben
das Meer der Weite nimmt mir die Pflichten,
die wie Blei auf meinen Schultern liegen
und spült weichen Nebel auf meine Augenlider

endlich spürbare Müdigkeit erwacht in jedem Körperteil

doch der Abend empfängt mich
mit seiner zarten Lautlosigkeit
Er schiebt sanft das Morgen beiseite
und schickt das Fühlen auf die Reise

beginnt, das Gefäß mit Stille zu füllen
nun schmiegt sich Freude an diesen Augenblick
atmet das Leben ein
und den Dank aus

morgen wird dieser bunte Hauch von Luft mein Tor aufs Neue öffnen
~
Verse aus meinem Buch "Selbstfürsorge"

Du bist novemberschön, 
wenn du überraschst. 
Komm, übertön
das Grau, dann erhaschst

du vielleicht ein Ahnen
wie Farben duften und 
Töne schmeckend bahnen
sich aus des Herbstes Mund

Träume, die schon fortgeglaubt, 
nun prächtig sich erheben. 
Sind sie auch etwas verstaubt, 
novemberschön wollen sie leben. 
~

Zum Glück schrieb ichs gleich auf,
denn nun ist alles Schöne weg.
Nimmt der Tag erst seinen Lauf,
stiebt doch nur der Alltagsdreck.

Oh Nacht, bitte sei mir hold,
lass mich kraftvoll genesen.
Dieser Tag hat mich überrollt.
Bin ich überhaupt bei mir gewesen?
~
Ich genieße gerade das Ende der Nacht,
mochte ihn bisher nicht, den zeitigen Morgen.
Doch wenn die Nacht erst lächelnd erwacht,
fühlt sich der Tag begehrt und geborgen.
~

Das kleine Wort „sanft“
schmilzt wie Schokolade auf der Zunge,
sein Klang strömt wie klare Waldesluft in deine Lunge,
nur um dann über deine Haut zu schweben
und sich fröhlich kichernd zu erheben.

Es umarmt federleichten Flügeln gleich
die Umgebung unendlich weich,
um hernach in die Weite zu fliegen.
Irgendwo bleibt es dann liegen –

das kleine Wort „sanft“, was so betört
in jede Hand und jedes Herz gehört.
Hat es dich heute schon berührt?
Nun gib es wieder frei, denn es spürt

wo es gebraucht wird und bewegt
sich engelsgleich dorthin, legt
sich um die, die Trost ersehnen,
streut Farbschimmer in Tränen.

Malt daraus ein einzigartiges Bild,
aus dem hernach die Freude quillt.
~
Magst du dich wirklich?
Vielleicht wird es Zeit
für dies neue Kleid.
Ein Hauch von Stoff,
der dich gut kleidet,

nicht mehr vermeidet,
anzunehmen, was sich
darin bewegt.
Ein weites Herz, das trägt.
~

Vielleicht würdest du es begrüßen,
wenn ich deine Frage mit einem Wort
nur beantwortete. Gar versüßen
würde es deinen Tag, egal welcher Ort

dich gerade umgibt. Doch es würde mir
keineswegs gerecht, drum will ich
eine zarte Antwort finden, die dir
gefällt und mir aus der Seele spricht.
~

Schwierig* und Kompliziert* 
Schwierig&Kompliziert waren sich ähnlich. 
Schwierig* machte es keinem einfach, 
Kompliziert* niemandem leicht. Einer umschlich
den Anderen. Sie haben wenig gelacht. 

Sie forderten einander dauernd heraus, 
dabei hatten sie nur eine Sehnsucht. 
Kompliziert* liebte einfach - himmelblaues. 
Schwierig* wollte es leicht. Die Schlucht

war unüberbrückbar groß. Doch jeder fand
einen Weg: Kompliziert* wurde sehr leicht
und flog. Schwierig* dagegen verschwand, 
...Schattengespräche. Seither unterstreicht

Schwierig* mit einem Einfach im Schriftzug
Kompliziert* integrierte die Leichtigkeit. 
Was sie geworden sind, ist genug
für ein einfaches, leichtes Leben zu zweit.
~
Verse aus meinem Buch "Worte malen"

Spricht Gott?
Ich bin auf der Suche nach dir in Musik angekommen. Bist du hier?
Ich bin auf der Suche nach dir in der Natur angekommen. Bist du hier?
Ich bin auf der Suche nach dir in der Kunst angekommen. Bist du hier?

Ich fühl es leider nicht, sehne mich.
Ist´s nicht so, dass ein Du auch spricht?
Ich seh dich in jeder kleinen Lebendigkeit.
Hast du etwa immer für mich Zeit?
Ich seh in Farben dein Wesen.
Und in Worten darf ich dich lesen.

Doch wenn meine vielen Worte diese heilige Stille nur stören
und wenn meine vielen Taten den Moment der Gemeinschaft nur stören,
dann werde ich ruhig, bin einfach da, um dir zuzuhören.
~
-das wäre beinahe ein Lied geworden-
Manchmal schreibe ich einfach, was Musik mir zuflüstert. 
"Der Klang der Offenbarung des Göttlichen" - Kjartan Sveinsson Teil 1

Dieser weiche Klang, der mein Herz wie
mit einem Öle salbt und es umhüllt,
hörte wohl wie ich im Innersten schrie.
Nun bin ich gänzlich farbig von ihm erfüllt.

In mir wachsen Federchen aus Silberfäden,
die meine Seele in die Weite fliegen lassen.
Sichtbar wird vor mir der Garten Eden.
Wie könnte der Verstand es jemals erfassen?

Was vor dem inneren Auge sichtbar wird,
ist größer und schöner als alles bisher erlebte.
Dieser Klang, der golden um mich flirrt,
schien engelsgleich, als er mich umschwebte.

Wie tausende Wolkenmomente, erhaben,
zog mich friedliche Stille in Arme, die liebevoll
und in einer vertrauten Art mich umgaben,
so dass Hingabe in mir sprachlos überquoll.

Farbenreich rauschte es gleich einem tosend,
türkiswandelnden Wasserfall aus einem Land,
welches sich sehnte. Auf die bunt liebkosend´
Berührung wartend wie eine weiß leinerne Wand.

Farben und Klänge flossen ineinander, vereint
war endlich, was lang´ schon verbunden.
Eine Sprache, die nur das Gegenüber meint,
das Geheimnis der Liebe ward gefunden.
~

Ist denn schon alles gesagt?
Bedarf es keiner Worte mehr?
Die Stille des Momentes fragt
dennoch nach deinem Begehr.
~
Die Farben des Himmels am Abend
erinnern mich an dein ruhiges starkes Wesen.
Und während ich mich daran labend
zu dir hinträume, sammle ich, handverlesen

was ich mit dir bisher erlebte und
wie ich mich durch dich entfaltet hab.
Und du allein bist der Grund.
Wie könnte ich das schweigend ins Grab

mitnehmen? Du darfst es ruhig erfahren,
wie zauberhaft du bist. Durch dich nur
weiß ich, wie schön die Gnade ist. Bewahren
möcht´ ich in mir deine Herzensgravur.
~

Kunst 
Kunst möchte dich wecken,
du kannst dich neu erfinden.
Sie wird dich auch necken,
möchte dich aber nicht binden.

Kunst bringt dich zur Weißglut, 
dann wieder zum Schmunzeln.
Mal brauchen deine Augen Mut,
dann wieder gibt´s Stirnerunzeln.

Doch kannst du nicht ohne sie,
weil sie dich dir näher bringt.
Sie ist still, doch du fragst dich wie
sie es schafft, daß Neues in dir schwingt.

Du kannst sie verschmähend bewerten,
doch Sie ist frei und steht darüber.
Und begegnen ihr die Gelehrten,
wird sie dadurch nicht trüber.

Sie bleibt bei ihrer Botschaft,
flüstert denen zu, die sie betrachten.
Bleibst du denn auch standhaft?
Oder lauschst du gar dem sachten

Klang jener Stimme, die Herzen berührt?
Kunst kann so vieles in dir bewegen.
Und auf den Weg, den sie dich führt,
umfließt dich vielleicht samtener Segen.
~

DaSeins-Kunst